Der Finanzvorstand von RE Schwelm freut sich über eine Auszeichnung und verteilt Lob an die Volleyballer!

Pressebericht WP/WR: Hohe Auszeichnung für Didi Franke

Didi Franke (2 von links) am 09.02.2019 bei der offiziellen Ernennung zum Volleyball-Stützpunkt

Schwelm Diedrich Franke ist kein Typ, der gerne im Mittelpunkt steht. Der Finanzvorstand von Rote Erde Schwelm macht seine Arbeit seit vielen Jahren im Hintergrund – und das ehrenamtlich. Doch sein unermüdlicher Einsatz hinter den Kulissen verschafft ihm nun einen Platz im Rampenlicht, denn der Stadtsportbund zeichnet Franke ebenso wie Katrin Grote (DLRG Schwelm), Helmut Hahne (VfB Schwelm) sowie posthum Jürgen Wollenburg (VfB Schwelm) als „Persönlichkeiten des Jahres“ aus.

„Gerade in Zeiten der Pandemie werden die Ehrenamtlichen umso wichtiger für die Vereine. Uns war und ist es wichtig, diese Persönlichkeiten des Jahres auszuzeichnen“, erklärt Andreas Happe, Vorsitzender des Stadtsportbundes. Am 21. August will der Verband – so die Corona-Situation es zulässt – die Ehrungen vornehmen.

Für Franke kam die Entscheidung, dass er zum Kreis der Geehrten zählen wird, sehr überraschend. Im Interview spricht der 64-Jährige darüber, wie er die Nachricht aufgenommen hat, verteilt Lob an die Volleyballabteilung und erklärt, warum er und seine Vorstandskollegen ihre Ämter schon bald aufgeben möchten.

Herr Franke, Sie werden 2021 auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Vorstandswahl antreten. Ist die Auszeichnung zu einer der Persönlichkeiten des Jahres also der perfekte Abschluss Ihrer Tätigkeit bei RE Schwelm?

Diedrich Franke: Ich würde es eher so formulieren: Es ist eine Anerkennung meiner Arbeit und darüber freue ich mich auch. Ich bin nicht im Sportbetrieb an sich tätig, sondern ich kümmere mich um die Verwaltung. Daher hat es mich überrascht, dass ich ausgewählt wurde. Damit habe ich nicht gerechnet. Auch wenn es insgesamt zu wenige Ehrenamtliche gibt, sind es doch viele Menschen, die sich in den Schwelmer Vereinen engagieren. Aus diesem Kreis herausgepickt zu werden, ist eine Ehre.

Das Jahr 2020 war aufgrund der Corona-Pandemie für viele Vereine ein sehr schwieriges. Wie haben Sie und Ihr Verein es überstanden?

Alle Vereine sind natürlich von starkem Mitgliederschwund betroffen. Wir haben etwa 150 Mitglieder verloren. Ansonsten hatten es vor allem die Sportler schwer, weil vieles nicht so stattfinden konnte, wie gewohnt. Wir haben uns im Vorstand dafür eingesetzt, dass Online-Training stattfindet, aber da muss ich das Lob an die Verantwortlichen der Abteilungen weitergeben, die sich stark engagiert haben. Wie zum Beispiel die Volleyballer ihre Mädels zusammenhalten, das ist sensationell.

Sie sind bei RE Schwelm vorrangig für die Finanzen zuständig. Wie fällt das Fazit des Corona-Jahres aus finanzieller Sicht aus?

Insgesamt sind wir finanziell recht gut durch das Jahr gekommen. Wir mussten Kurzarbeit anmelden, aber es gab auch Zuschüsse vom Sportbund und von der Stadt, obwohl es der auch nicht so gut geht. Es gab auch ein paar Einsparungen, weil die hohen Nutzungsgebühren für den Hallensport weggefallen sind. Wir konnten die Trainer im zweiten Halbjahr bezahlen, das hat uns sehr gefreut.

Sie sind fast ihr ganzes Leben lang mit RE Schwelm verbunden. Können Sie einmal erzählen, was Sie schon alles gemacht haben?

Ich bin durch meinen Vater da hineingewachsen und habe zunächst aktiv Handball gespielt, das war mit neun Jahren. Nach meinem Studium habe ich mich zu den Basketballern orientiert und war später im Förderverein RE Basketball, wo ich mich schon um die Finanzverwaltung gekümmert habe. Nach dem Tod von Gerd Homberg im Jahr 2008, bin ich sozusagen in die Rolle des Finanzvorstands reingerutscht und arbeite nun schon seit 2009 gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden Klaus Rauhaus zusammen im Vorstand.

Warum sehen Sie beide sowie der 2. Vorsitzende Thomas Kaschny die Zeit gekommen, aufzuhören?

Wir sind uns einig, dass es gut ist, wenn jüngere Leute das Ruder übernehmen. Mein Vater dient mir zudem als warnendes Beispiel, er hat definitiv zu spät aufgehört. Sicherlich könnten wir noch ein paar Jahre weitermachen, aber man muss sich eben schon früh um Nachfolger kümmern, die neue Ideen mitbringen. Wir hoffen, dass wir ein Team finden werden, das uns nachfolgen kann.

Glauben Sie, dass sich die Nachfolger schnell finden werden?

Das ist immer schwer, denn bei RE handelt es sich um einen Großverein und es ist nicht so, dass es keine Arbeit wäre, die man im Vorstand zu machen hat. Das ist mit viel Freizeitengagement verbunden. Und die engagierten Leute, die man kennt und die in Frage kämen, haben meistens bereits eine Position im Verein. Aber es hat 2008 auch ein Jahr gedauert, bis Klaus Rauhaus und ich überzeugt wurden, die Ämter zu übernehmen, die wir heute noch inne haben. Ich warte erst einmal ab, was kommt. Unter Umständen werde ich noch begleitend tätig sein und meinen Nachfolger einarbeiten.

Wie sehen Sie die Zukunft von RE Schwelm? Können Sie guten Gewissens aufhören?

Der Verein ist gut aufgestellt und sehr gut organisiert. Wie für alle Vereine in Schwelm gibt es Grenzen für die Entwicklung, weil die Hallenzeiten begrenzt sind. Eine solide Basis ist allerdings vorhanden und es ist wichtig, dass wir in der Verwaltung mit Sportentwicklerin Nadine Vogel und Geschäftsstellenleiterin Claudia Wittwer zwei Angestellte beschäftigen.

Müssen sich Vereine generell professioneller aufstellen?

Größere Vereine sollten das auf jeden Fall machen und professionelle, bezahlte Kräfte reinholen, weil die Bürokratie zunimmt, beispielsweise durch strengere Datenschutzbestimmungen. Bei kleineren Vereinen kann ich mir vorstellen, dass das ehrenamtlich funktioniert – wenn sich denn jemand findet, der es machen möchte.

Bericht: Heinz G. Lützenberger
WAZ-Mediengruppe WR/WP, Printausgabe vom 09.07.2021

 

Gratulation von den Volleyballern an Didi Franke für die Auszeichnung "Ehrenamtler des Jahres".

Danke für deine unermüdliche Arbeit!

gez. die Volleyballabteilung