Rückblick 1. Spieltag Landesliga 4

Der erste Spieltag der Handball-Landesliga unterstrich die Einschätzung der Experten, die von einer sehr spannenden Serie mit vielen knappen Ergebnissen ausgehen. Der Bösperder 33:27-Erfolg in Arnsberg war der deutlichste und hievte das Team von Jörg von Estorff gleich an die Tabellenspitze. Ansonsten waren alle Partien hart umkämpft.

Nachfolgend keine Kurzzusammenfassung meinerseits, sondern alle (teils von mir verfassten) Zeitungsberichte. Da habt ihr die Übersicht rascher und ausführlicher und könnt gleichzeitig sehen, wie groß die Unterschiede beim Umfang sind. In Dortmund und Hagen ist die LL aus Platzgründen nur ein Randthema.

Der erste Spieltag der Handball-Landesliga unterstrich die Einschätzung der Experten, die von einer sehr spannenden Serie mit vielen knappen Ergebnissen ausgehen. Der Bösperder 33:27-Erfolg in Arnsberg war der deutlichste und hievte das Team von Jörg von Estorff gleich an die Tabellenspitze. Ansonsten waren alle Partien hart umkämpft.

Nachfolgend keine Kurzzusammenfassung meinerseits, sondern alle (teils von mir verfassten) Zeitungsberichte. Da habt ihr die Übersicht rascher und ausführlicher und könnt gleichzeitig sehen, wie groß die Unterschiede beim Umfang sind. In Dortmund und Hagen ist die LL aus Platzgründen nur ein Randthema.

ComeOn. Der vorgezogene Auftakt der Handball-Landesliga bekommt gewiss keinen Schönheitspreis, aber das Duell der HSG Lüdenscheid gegen den Namensvetter aus Hohenlimburg war dramatisch, enorm spannend und höchst unterhaltsam für die mehr als 200 Zuschauer. Unterm Strich stand ein 21:21 (10:12)-Remis, das die Lüdenscheider weit mehr beglückte als den Gast. Denn die Bauer & Co aus Hagen hatten sicher mehr als 50 Minuten lang die Nase vorn. Doch im Finale belohnte sich die Schnippering-Sieben sich nach Bauers 19:21 in den letzten 90 Sekunden noch für ihren großen Einsatzwillen. Broscheit traf zum 20:21, Hohenlimburg verdaddelte gegen Lüdenscheids 4:2-Deckung den Ball. Die Hausherren bekamen im Gegenzug einen Siebenmeter, Hohenlimburg eine Zeitstrafe aufgebrummt. Doch Plate scheiterte erstmals am eingewechselten Kind, es häuften sich die Fehler. Wieder schenkte Hohenlimburg den Ball her, doch auch Fenners Pass landete im Aus. Ein technischer Fehler der Gäste bescherte den Gastgebern einen letzten Ballbesitz, Schnippering nahm acht Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Beckmanns Abschluss parierte der ausgezeichnete Torwart-Routinier Fritzsche (59.57), doch den Abpraller versenkte Plate zum finalen 21:21 im Netz. Die Blau-Gelben hatten sich noch in Stadtfestlaune gebracht. Danach hatte es lange nicht ausgesehen: Das erste Tor der Hausherren fiel erst in Minute acht, die Gastgeber wirkten nervös und – wie nach der Vorbereitung erwartet – klappten Zusammenspiel und Konzeptionen so gut wie nicht. Immerhin kämpften sich die Lüdenscheider nach dem 1:3 über 4:4 zur ersten Führung (7:6), doch ein 4:0-Lauf der Gäste um den überragenden Bauer brachte Hohenlimburg bis zum Wechsel wieder nach vorne (10:12). Zum Schlüssel für das glückliche Finish wurde auch die Einwechslung vom starken Keeper Ferizi. Gespielt wurde vor ihm „Wildwest“. „Hinten war ich wirklich zufrieden, vorne war das einfach nur hilflos“, bilanzierte Coach Schnippering die ersten Saisonminuten, die Lüdenscheid mit einer Sprunggelenkverletzung von Maurice Duda (26.) teuer bezahlte. 

WP Hohenlimburg. Sie hatten zwei Punkte dicht vor Augen, aber zwei Sekunden vor Schluss kassierten die Landesliga-Handballer im Saisoneröffnungsspiel bei der HSG Lüdenscheid noch den Ausgleich zum 21:;21 (12:10)-Endstand. „Das war ärgerlich und absolut vermeidbar“, meinte Chefcoach Sascha Maystrenko. Was ihn wurmte, waren die beiden Ballverluste, die sich seine Schützlinge in der nervenaufreibenden Endphase bei Unterzahl erlaubten. Als René Kind, der diesmal nur bei Strafwürfen in den Kasten kam, 90 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter abwehrte, bestand die Chance auf den entscheidenden 22. Treffer, aber zwei technische Fehler ermöglichten den nicht minder nervösem Lüdenscheider einen finalen Angriff. Den Rückraumwurf von Beckmann (3) konnte der überragende Hohenlimburger Torhüter Marco Fritzsche noch entschärfen, gegen den Nachwurf von Plate (7/3) aber war er machtlos. Vor dem Anpfiff hätte Maystrenko ein Remis sofort akzeptiert, weil er kaum ahnen konnte, wie glänzend der bekanntlich an der Leiste verletzte Spielmacher Felix Bauer auftrumpfen würde. Von einer Behinderung war nichts zu spüren, vielmehr bereitet Bauer der ansonsten sattelfesten Lüdenscheider Abwehr große Probleme und steuerte mehr als die Hälfte der Hohenlimburger Treffer bei, setzte nämlich neben sechs Feldtoren auch alle fünf möglichen Siebenmeter in den Kasten „Felix und Marco waren überragend, aber auch die anderen haben ein Lob für ihre tadellose Einstellung verdient. Kämpferisch gab es nichts auszusetzen. Und die nur 21 Gegentore sprechen für sich“, resümierte Maystrenko. Natürlich war Goalgetter Lausen (4) nicht gänzlich auszuschalten, aber insgesamt bot der Gast eine starke Defensivleistung, was nicht zuletzt an der Aushilfe von Philipp Wittke lag. Auf halbrechts wusste sich Jonas Bovensmann einige Male erfolgreich in Szene zu setzen. Auch „Pico“ Marks trug mit seinen drei Treffern dazu bei, dass sein Team stets auf Tuchfühlung blieb, es bei wechselvollem Spielverlauf keiner Mannschaft vergönnt war, sich auf mehr als zwei Tore abzusetzen, wobei bis auf ganz wenige Ausnahmen Hohenlimburg vorlegte. Ob das Unentschieden in Lüdenscheid eher ein Punktgewinn als Verlust war, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden. Die Leistung macht auf jeden Fall Mut für das attraktive Heimdebüt gegen die mit etlichen Ex-Hohenlimburgern gespickte SG Menden Sauerland II.

WP Olpe. Es war in der Kreissporthalle alles hergerichtet für einen perfekten Saisonauftakt in der Handball-Landesliga - und am Ende wurde auch einer draus: Aufsteiger TV Olpe siegte vor heimischen Anhang mit 34:32 (16:14) gegen die HSG Schwerte/Westhofen.Im Vorfeld hatte der Olper Trainer Jo Braun auf die Euphoriebremse getreten und angemahnt, kleine Brötchen zu backen. Recht hatte er. In der Schlussphase wurde es richtig knapp für die Kreisstädter, doch mit großer Unterstützung der 250 Fans brachten die Kreisstädter den Vorsprung durchs Ziel. „Wir haben in Mitte der zweiten Halbzeit vergessen, den Sack zu zumachen als wir mit vier bis fünf Toren vorne lagen“ stellte Jo Braun Trainer fest.Doch könne er „aus dem Spiel viele positive Akzente mitnehmen.“ So habe Ben Fuhrmann ein gutes Spiel gemacht und den TVO im Spiel gehalten, lobte er weiter. In einem guten Landesligaspiel hatten die Olper die besseren Einzelspieler. Ein weiterer Vorteil im Auftaktspiel für die Gastgeber war der breite Kader. So konnte Jo Braun nach Belieben und der Spielsituation angepasst immer wieder wechseln und das Spiel verändern. Hier waren die tunesischen Nationalspieler Wael Horri und Ossuma Lagnef im Verbund mit Thomas Voss die entscheidenden Kräfte. Vor allem Wael Horri machte mit seinen 13 Toren den Unterschied. Er stellte sich komplett in den Dienst der Mannschaft und hatte eine perfekte Siebenmeter-Bilanz. Insgesamt war es eine hart umkämpfte Partie mit wenig spielerischen Elementen. Ein Abnutzungsspiel mit dem besseren Ende für den Neuling TV Olpe. So war die TVO -Sieben im zweiten Durchgang sofort im Spiel und Kreisläufer Nico Stahl (35.) brachte seine Farben mit einem Rückhandwurf mit 20:16 in Front. In dieser Phase verpassten die Hausherren das Ergebnis weiter auszubauen, auch weil der Schwerter Torhüter Daniel Evangelou der große Rückhalt der Gäste war, oder weil der Olper Spielführer Thomas Krawitz, Thomas Voss oder Ossua Lagnef freistehend vergaben.Nach einem Fünf Tore-Rückstand konnte Alexander Denissov in der 50. Minute zum 28:28 für Schwerte ausgleichen. Daher wurde es unnötig eng in der Kreissporthalle. Die Führungen wechselten ständig hin und her. Wael Horri (57.) mit dem 33:32 und Thomas Voss (59.) zum 34:32 machten endgültig den Deckel drauf und sicherten den ersten Olper Sieg in der neuen Umgebung. Beste Werfer der HSG Schwerte/Westhofen waren Nico Paukstadt (10/), Alexander Denissov (7) und Niklas Linnemann (7). „Wir haben ein gutes Landesligaspiel gesehen und eine kämpferisch starke Leistung abgeliefert“, fasste Schwertes Trainer Alexander Nikolay das Spiel zusammen, „die Mannschaft hat sich durch eigene Abschlussschwächen um den Lohn gebracht“.

Ruhrnachrichten. Sie standen dicht davor, zumindest einen Punkt vom starken Aufsteiger TV Olpe zu entführen. Doch am Schluss standen die Landesliga-Handballer der HSG Schwerte/Westhofen am Samstagabend in der Olper Kreissporthalle mit leeren Händen da. 34:32 für die Gastgeber stand als Endergebnis auf der Anzeigetafel – knapp fünf Minuten vor Schluss hatten die Schwerter noch mit 32:31 vorne gelegen. Doch die HSG verlor nicht nur die beiden Punkte, sondern auch noch ihren Abwehrchef: Tim Schroeter zog sich schon Mitte der ersten Halbzeit bei einer eigentlich harmlosen Abwehraktion eine Knieverletzung zu. Eine Diagnose gab es gestern noch nicht, „aber das sah wirklich nicht gut aus“, meinte Interimstrainer Hengstenberg. Der Vertreter des erkrankten Coaches Kai Henning zollte dem HSG-Team ein Pauschallob für eine starke Leistung. „Es ist einfach nur schade, dass wir uns selbst um die Früchte der Arbeit gebracht haben“, meinte Hengstenberg. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte gingen die Gäste mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine. Als Olpe aus dieser 16:14 dank der individuellen Qualitäten ihres tunesischen Duos Horri (13/7) und Lajnef (6) eine 23:18-Führung machte (40.), schienen den Ruhrstädtern die Felle davonzuschwimmen. Doch sie kamen zurück und machten aus einem 24:28-Rückstand eine 29:28-Führung (51.) – und das, obwohl der schon angeschlagen ins Spiel gegangene Dominik Yaltzis nun auch mit mehr mitmischen konnte. Auch beim 30:29 und 32:31, jeweils durch den starken Niklas Linnemannn, lagen die Schwerter noch in Führung, ehe die „abgezockten“ Gastgeber in den Schlussminuten die Partie dann doch noch zu ihren Gunsten drehten.

Ruhrnachrichten. Westfalia Hombruch - VfL Eintracht Hagen III 29:27 (13:13). Bis zum 24:24 (54.) sah es nicht nach dem Hombrucher Auftakterfolg aus. Während die Hausherren im ersten Durchgang leichte Vorteile verzeichneten, konnte Hagen nach der Pause fast durchweg eine hauchdünne Führung verbuchen. In den Schlussminuten zog die Sieben von Marc Lauritsch das Tempo dann an und sicherte sich den Auftaktsieg. „Man hat gesehen, dass wir noch ein, zwei Spiele bis zu unserer Normalform brauchen“, erklärte Lauritsch. „Hagen hat uns vorne und hinten vor Probleme gestellt und wir haben uns einschläfern lassen.“ Mit zwei Punkten konnte er die Partie aber schnell abhaken.

WP Hagen. „Ich bin wirklich stolz auf die Truppe. Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen“, war Eintracht-Spielertrainer Levent Cengiz mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. „Am Ende haben uns einfach die Alternativen gefehlt.“

WAZ Witten. Mit einer Niederlage ist der HSV Herbede in die neue Saison gestartet. Allerdings spielten die Wittener bei der 29:32 (17:12)-Pleite gegen RE Schwelm zu Beginn ganz stark auf. Manch einer in der Horst-Schwartz-Sporthalle mag sich verwundert die Augen gerieben haben, als die Hausherren über 6:3 (12.) plötzlich mit 13:7 (22.) und zur Halbzeit mit 17:12 führten. „Das hätten viele vielleicht nicht gedacht und auch ich war ein wenig überrascht“, meinte Coach Uli Schwartz angesichts der doch holprigen Saisonvorbereitung. Mit Walter Haupt und Lennart Hein fehlten im Auftaktspiel dem selbst ernannten Außenseiter zudem zwei wichtige Leistungsträger. In Durchgang eins war von beidem nichts zu merken. Die Schwarz-Weißen diktierten das Geschehen auf der „Platte“. Der Vorjahresdritte aus der Kreisstadt wirkte völlig überrumpelt. Mit Wiederanpfiff bröckelte die Herbeder Dominanz allerdings zusehends. „Leider ist das eingetreten, was ich befürchtet hatte“, meinte Schwartz in Bezug auf die unstete Personallage der letzten Wochen. Die Kräfte schwanden seiner Sieben mit jeder Spielminute ein wenig mehr. Die Folge: Verkrampfte Angriffe, eine löchrige Deckung und recht viele Zeitstrafen. Schwelm glich schließlich zum 23:23 (46.) aus und zog in den Schlussminuten davon. „Die Jungs haben alles gegeben. Halbzeit eins macht für die nächsten Spiele Hoffnung“, so Schwartz.

WP Schwelm. Mit einem wahren Kraftakt drehte die RE Schwelm die Partie beim HSV Herbede zum 32:29 (12:17)-Auswärtserfolg zum Saison-Auftakt in der Handball-Landesliga. Es war ein ordentliches Stück Arbeit für die Kreisstädter, die auf Rückraumspieler Moritz Meuren verzichten mussten. In der ersten Halbzeit war die Mannschaft von Trainer Jörg Rode überhaupt nicht im Spiel. In der Deckung fehlte der Zugriff, der HSV kam über Eins-gegen-Eins-Situationen häufig zum Torerfolg. Vorne agierten sie zu statisch und erzeugten kaum Druck gegen die offensive Deckung der Gastgeber, wodurch sie phasenweise schon mit sieben Treffern im Hintertreffen waren.Im zweiten Spielabschnitt zeigten die Schwelmer ein anderes Gesicht. Jan-Lukas Pape im Tor zeigte eine starke Leistung, die Deckung stand deutlich besser und vorne präsentierten sie sich deutlich variabler. „Da haben wir endlich das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, so Rode. Marc Kleinschmidt sorgte für den Ausgleich zum 22:22 (45.). Bis zum 28:29 (56.) ging es hin und her, ehe die RE mit drei Treffern in Serie durch Kleinschmidt und Dominik Thäsler für die Entscheidung sorgte. Rode war nach dem Spiel glücklich über den erfolgreichen Auftakt. „Zur Pause war mit dem Ergebnis noch nicht zu rechnen“, äußerte er sich zur schwachen ersten Halbzeit. „Nach der Pause haben wir uns deutlich gesteigert und den Kampf sehr gut angenommen.“

Warsteiner Anzeiger. Besser hätte der Saisoneinstieg für Warsteins Landesliga-Handballer nicht verlaufen können. Gegen den hoch eingeschätzten Neuling aus Villigst-Ergste erkämpfte und erspielte sich der vermeintlich Abstiegskandidat einen leistungsgerechten 32:29-Erfolg und durfte die Standing Ovations seine begeisterten Anhang genießen. Schon jetzt steht fest, dass diese Partie zu den Highlights der neuen Serie gehören wird, denn auch die HVE hatte großen Anteil an einem stimmungsvollen und unterhaltsamen Abend, der beste Werbung für den Handballsport war. Für die erste Überraschung des Abends sorgte VfS-Trainer Günter Warkus, denn er ließ sowohl den leicht angeschlagenen Lars Schmidt als als Leonard Simon und Linkshänder Jannik Becher zunächst auf der Bank und dafür seinen „Rückkehrer“ Matthias Reinscheid im Aufbau neben Philipp Schröder und Boban Ristovic wirbeln. Eine gewagte Maßnahme, denn Reinscheid hat ja in den letzten zwei Jahren keine Handvoll Punktspiele bestritten, trumpfte aber so selbstbewusst auf, als sei er nie weggewesen. Dass er gleich den ersten Saisontreffer erzielte, gab ihm zusätzlichen Schwung. Auch Linksaußen Constantin Pieper startete prächtig und steuerte drei Tore zur 5:2-Führung bei. Die HVE war beeindruckt, aber noch längst nicht geschlagen, glich mit einer Dreierserie zum 7:7 aus und durfte bis zum 12:11 (20.) auf einen engen Pausenstand hoffen. Aber ausgerechnet in doppelter Überzahl ging der Gast im Angriff leer aus, was wiederum den VfS zu einem energischen Zwischenspurt animierte. Plötzlich kamen sogar die zu Beginn überhasteten Anspiele an den Kreis an, wurde der vom linken Flügel eingelaufene Dominik Baack zweimal bestens bedient, verwandelte zum 17:12 einen Bodenpass von Ristovic. Reinscheid eröffnete auch Durchgang zwei mit einem Treffer. Überhaupt hatte der VfS im Rückraum klare Vorteile, weil die 5:1-Deckung mit dem durchaus als Störfaktor dienenden Haenel als „Indianer“ kaum Bälle abfangen konnte. Im richtigen Moment kamen die Zuspiele zu Schröder und Ristovic, die den Warsteiner Sicherheitsabstand zu den unvermindert hohe Tempo gehenden Gästen wahrten. Die Defensivarbeit funktionierter aber nur bedingt. Das Strafzeitenverhältnis von 7:1 zuungunsten des VfS ist absolut ungewöhnlich, dient jedoch als Beleg für das variantenreiche Kombinationsspiel des Bezirksliga-Meisters. Insbesondere Linksaußen Stange war vom deutlich unter seinen Möglichkeiten bleibenden Becher kaum zu halten, weshalb in der Endphase Baack auf den rechten Flügel wechselte. Plötzlich drehte HVE-Rechtsaußen Stolina auf. Er zog in die Mitte und traf dreimal nach Einzelaktionen zum 26:24 – bei noch zehn Minuten Spielzeit witterten die Gäste ihre Chance auf eine Wende, hatten aber die Rechnung ohne Schröder gemacht, der seine ganze Offensivwucht in die Waagschale warf. Ein vom für den starken Hendrik Hilwerling eingewechselten Nils Schmidt gehaltener Strafwurf sowie Baacks vom Kreis erzieltes 29:25 waren weitere Nadelstiche für die Ruhrstädter, die endgültig besiegt waren, als Pieper seinen dritten Siebenmeter zum 31:28 ins Netz wuchtete. Für die wegen der Montgolfiade diesmal nicht ganz so zahlreichen Warsteiner Anhänger war damit das Zeichen gegeben, sich zu erheben und die Schlachtgesänge „Hier regiert der VfS“ anzustimmen.

 

Ruhrnachrichten. Der erste Auftritt in neuer Umgebung war nicht von Erfolg gekrönt: Mit einer 29:32-Niederlage kehrte Landesliga-Aufsteiger HVE Villigst-Ergste am Samstagabend vom Saisonauftaktspiel aus Warstein zurück. „Ich bin weit davon entfernt, von einem Fehlstart zu sprechen. Denn viele Dinge haben wir nicht schlecht gemacht. Aber letztlich war unsere Wurfquote zu schwach, wir haben zu viele freie Chancen vergeben“, lautete das Fazit des HVE-Trainers Dirk Mimberg. Die erste Negativnachricht aus HVE-Sicht gab es schon vor dem Spiel, als Torwart-Routinier Matthias Zankl sich krankheitsbedingt abmeldete. So teilten sich die beiden Youngsters Maurice Rolfsmeyer und der Mitte der zweiten Hälfte für etwa eine Viertelstunde eingewechselte Lukas Daszkiewicz den Job zwischen den Pfosten. Aber auch Rolfsmeyer konnte nicht verhindern, dass Warstein von Beginn an in Führung ging. Den 2:5-Rückstand (9.) hatten die Villigst-Ergster zwar beim Stand von 7:7 nach einer guten Viertelstunde zwar egalisiert, doch sollte dies bis zum Schluss der einzige Gleichstand der Partie bleiben.  Ganz bitter aus HVE-Sicht verliefen die letzten drei Minuten des ersten Spielabschnitts. Mit Youngster Jannis Mimberg verkürzte der beste HVE-Torschütze des Abends auf 12:14, doch dann leisteten sich die Gäste ein paar unvorbereitete Würfe und technische Fehler, die Warstein zur 17:12-Halbzeitführung ausnutzte. Eine Vorentscheidung war damit aber noch nicht gefallen. Zwar waren es zehn Minuten nach Wiederanpfiff immer noch fünf Tore Rückstand (18:23), doch mit einem Siebenmetertor verkürzte Nils Stange auf 21:23 – eine Viertelstunde vor Schluss war noch alles möglich. „Ich hatte immer das Gefühl, dass da noch was geht. Aber letztlich kamen viele kleine individuelle Fehler zusammen, sodass wir bis zum Schluss vergeblich hinterher- gelaufen sind“, musste Mimberg feststellen. Näher als auf zwei Tore kam die HVE bei allem Bemühen nicht heran – die Punkte blieben in Warstein.

WP Arnsberg. Die Hoffnung auf eine Überraschung zum Saisonstart erfüllte sich nicht: Die Handball-Landesliga-Herren des TV Arnsberg mussten sich beim Debüt ihres neuen Coaches Ragulan Srijeevagahn der zum Kreis der Titelanwärter zählenden SG DJK Bösperde trotz einer über weite Strecken ansprechenden Vorstellung mit 27:33 (16:18) beugen. Die Erwartungshaltung war aufgrund des Fehlens von Rückraumshooter Johannes Dame und Abwehrchef Jan Klute ohnehin bescheiden. Die rund 150 Fans auf der Tribüne hatten zunächst reichlich Grund, Applaus zu spenden, denn ihr Team zeigte keinerlei Respekt vor den längenmäßig klar bevorteilten Gästen. Die Angriffskonzepte funktionierten, so dass immer wieder Lücken in die Bösperder Deckung gerissen werden konnten. So gelangen drei Tore in Serie zum 8:7, stand auch nach 23 Minuten eine 12:11-Führung zu Buche. In der Schlussphase der ersten Hälfte traf der Gast aber hochprozentig, lag Arnsberg trotz weiterer vier Treffer in Rückstand. Der Spannungsbogen konnte nur bis zum 19:21 (37.) aufrecht erhalten werden. Dann bröckelte die TVA-Deckung, sah Srijeevagahn auch konditionelle Vorteile beim Gast, der seinen Hauptschützen Max Wergen oft durch Freiwurf-Sperren zum Abschluss kommen ließ, während Bruder Philipp nur zu Siebenmetern antrat, die aber eiskalt nutzte. Auf Arnsberger Seite hielt das Brüderpaar Yannik und Philipp Mähl dagegen, wusste auch Christian Lehnert, der fast ein ganzes Jahr ausgefallen war, zu überzeugen. Das reichte aber nicht, um die insgesamt ausgeglichener besetzten Mendener Vorstädter ernsthaft in Gefahr zu bringen. Über 20:25 (43.) und 24:30 (52.) steuerten sie einem letztlich souveränen Sieg entgegen, zumal Torben Eberehard für ein hartes Foul noch eine Matchstrafe (53.) erhielt. „Bei uns ist noch viel Luft nach oben, aber es gab vielversprechende Ansätze. Wir müssen weiter hart arbeiten, dann stellen sich auch Erfolge ein“, kommentierte Srijeevaghan.

WP Menden. Von solch einem Auftakt kann man nur träumen. Die Landesliga-Handballer der DJK Bösperde starteten mit einem Sieg in die neue Saison. Beim TV Arnsberg gewannen die Schützlinge von Jörg von Estorff am Samstag mit 33:27 (18:16). Kein Wunder, dass der DJK-Coach mit dem Start in das neue Spieljahr hochzufrieden war. „Das war überragend. Besser geht es nicht. Ein Auswärtssieg, und dann noch bei so einer heimstarken Mannschaft“, war Jörg von Estorff spürbar begeistert von der Partie in der Rundturnhalle im Arnsberger Eichholz. Dort ist es ja bekanntlich für die Gästeteams immer schwierig. Doch die DJK hatte auf die kampfstarken Hausherren stets passende Antworten parat. „Die Mannschaft hat das, was wir uns vorgenommen haben, sehr gut umgesetzt“, so von Estorff. Da war es letztlich egal, dass die Gastgeber den besseren Start erwischten. Nach fünf Minuten führte der TVA mit 3:1 – Bösperde arbeitete sich aber schnell in die Partie. Als Tim Voss erstmals traf, bedeutete sein Treffer die 6:4 Führung für die DJK (8.). In der Folgezeit war es ein offener Schlagabtausch, bei dem die heimischen Ballwerfer aber stets die Nase vorn hatten. Mit einer 18:16 Führung ging die DJK in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel stabilisierte sich Bösperde weiterhin. In der Abwehr sorgte Marcus Hünnes, der erstmals nach fast einjähriger Verletzungspause ein Pflichtspiel absolvierte, für zusätzliche Stabilität. „Für ihn freut es mich besonders“, sagte Jörg von Estorff über das Hünnes-Comeback. Aber auch Torwart Steffen Kampmeier sorgte mit einigen Paraden bei den zahlreichen Flachwürfen des Gegners dafür, dass die DJK letztlich immer dominanter wurde. Hendrik Sparenberg ließ in der 46. Minute den DJK-Vorsprung auf sechs Treffer zum zwischenzeitlichen 27:11 anwachsen. Die Weichen waren damit auf Sieg gestellt – zur Freude des großen DJK-Fanblocks in der Rundturnhalle.

WP Menden. Gleich zum Landesliga-Start haben die Zuschauer in der Walram-Halle einen echten Handball-Krimi zu sehen bekommen: Die zweite Mannschaft der SG Menden Sauerland besiegte in einem denkbar knappen Spiel TuS Volmetal II mit 25:24 (12:13). Die ersten zehn Minuten lagen die Hausherren vorne, danach bis zur 45. Minute zurück. „Anfangs haben wir uns gute Vorteile erarbeitet, dann vorne aber zu viele Fehler gemacht. Auch in die zweite Halbzeit kamen wir nicht griffig genug aus der Kabine“, analysiert SG-Trainer Arnd Wefing. Letztendlich schaffte es die Wölfe-Reserve, doch noch den berühmten Schalter umzulegen, kämpfte sich nach zwischenzeitlichem vier-Tore-Rückstand ins Spiel zurück und gewann letztendlich denkbar knapp mit 25:24. „Dabei muss man noch bedenken, dass wir noch Spieler neu eingebaut haben und einen A-Jugend-Spieler im Tor hatten. Dass wir uns nach einem vier-Tore-Rückstand wieder ‘rangekämpft und noch gewonnen haben – da hat meine Mannschaft eine unglaubliche Moral bewiesen“, lobt Wefing seine Auswahl. Wefing darf sich sogar doppelt freuen, denn nach einem langen Handball-Wochenende – er trainiert neben der zweiten Herrenmannschaft auch noch die C-Jugend der Wölfe – fuhr er mit 4:0 Punkten nach Hause. Die C-Jugend trieb den Puls ihres Trainers aber nicht so sehr in die Höhe, sondern gewann ihr Spiel gegen den SC Lippstadt DJK mit einem Vorsprung von mehr als 20 Toren (39:16). Am kommenden Samstag geht es für die zweite Mannschaft der Wölfe zum ersten Auswärtsspiel der noch ganz jungen Saison zur HSG Hohenlimburg, die sich im ersten Spiel mit einer Punkteteilung begnügen mussten.

WP Hagen.Es lief die 47. Minute, als es auf der Tribüne der Sporthalle Walramstraße in Menden für einen Augenblick totenstill wurde. Gerade hatte Volmetals Pascal Binder mit einem Sprungwurf den 20:20-Ausgleich erzielt. Doch anstatt zu jubeln, blieb er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen. „Pascal hat sich schwer an seinem eh schon operierten Knie verletzt. Wir hoffen, dass es nicht wieder ein Kreuzbandriss ist“, gab Trainer Tim Schneider zu Protokoll.