Startschuss für Schwelm - Lauf fürs Klima -

Einladung zur Podiumsdiskussion am
13. Juli um 18:00 Uhr in der Sparkasse Schwelm

Unter dieses Motto stellt die TG Zur roten Erde von 1848 Schwelm  e.V. ab sofort den Schwelmer Citylauf am 16. September. Die Organisatoren haben sich zum Ziel gesetzt, viele klimaschonende Maßnahmen in die Organisation und Durchführung des Events zu integrieren. 

Zur Unterstützung hat sich der Verein mit der EnergieAgentur.NRW, einen kompetenten Partner an Bord geholt. Auch werden wir von unseren lokalen Kooperationspartnern, der Stadt, dem Kreis EN und der AVU unterstützt. 

Klimaneutral organisieren bedeutet Aktive, beteiligte Institutionen, Unternehmen, Sportler und Zuschauer mit den Berührungspunkten und Belangen des Klima- und Umweltschutzes vertraut zu machen. Schritt für Schritt organisiert - klimaneutral vom Start bis zum Ziel. Die Umsetzung zur Verbesserung des Klimaschutzes wird Kontinuierlich geplant und implementiert. In diesem, dem ersten Jahr, werden die Energieexperten der EnergieAgentur.NRW den aktuellen CO2-Fußabdruck als Ausgangsbasis ermitteln. Gleichzeitig setzt der Verein die ersten Maßnahmen um. So werden zum Beispiel bei der Streckenverpflegung der Läufer/innen, der Ordner und Helfer nur lokale Produkte angeboten. Auch im Catering soll möglichst recycelbares Equipment eingesetzt werden. Läufer und Läuferinnen werden darauf hingewiesen vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften zu nutzen. Die CO2- Bilanzierung der EnergieAgentur.NRW garantiert die Nachhaltigkeit der Maßnahmen für die kommenden Jahre. 

Am 13.07.2017 wird die TG Rote Erde Schwelm der Öffentlichkeit das Konzept im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion vorstellen. Die Veranstaltung im Veranstaltungsraum der Sparkasse Schwelm wird mit einem Vortrag der EnergieAgentur.NRW und der TG Zur roten Erde Schwelm um 18.00 Uhr eröffnet. Daran schließt sich eine Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Energie, Wirtschaft und Umweltverbänden, moderiert von Bernd Oesterling, an. Natürlich sind alle zu unserer Podiumsdiskussion herzlich eingeladen.


Präsentation zum Klimaschutz.

Zum Anschauen einfach das erste Bild anklicken und dann einfach mit der Maus weiterklicken. Sie können auch zur einfacheren Navigation die Pfeiltasten Ihrer Tastatur nutzen.
Alternativ laden Sie sich gerne unsere Präsentation als PDF auf Ihren PC:

 Leitfaden-CityLauf-Klimaneutral.pdf



Die TG Rote Erde Schwelm, ist Vorreiterin beim Klimaschutz

WP 17.07.2017:

Schwelm.   Neben dem Sport und dem Spaß steht beim diesjährigen Citylauf auch der Umweltschutz im Fokus: Die Veranstaltung soll klimaneutral werden.

Nicht aus Zufall war der Veranstaltungsraum der Sparkasse mit kompostierbaren Trinkbechern und Snacks von lokalen Erzeugern ausgestattet. Schließlich hatte die TG Rote Erde Schwelm zur Präsentation ihres ersten klimaneutralen Citylaufs mit Podiumsdiskussion eingeladen, zu der 40 Gäste kamen.

Wenn sich am 16. September die Innenstadt zum fünften Mal Schauplatz für ein Läuferfest wird, soll neben Gesundheit und Fitness der Teilnehmer auch der Nachhaltigkeitsgedanken und die Umwelt im Fokus stehen. „Klimaschutz hat Eile. Eine klimaneutrale Gesellschaft ist kein abstraktes Ziel, sondern kann das Leben verändern“, erklärte Projektinitiator Peter Stark eingangs seiner Präsentation zum „Lauf fürs Klima“. Der 60-jährige Umweltschützer, von Beginn an Mitglied des Organisationsteams, war durch einen Vortrag des Leichtathletik-Landesverbands auf die Möglichkeit einer CO2-reduzierenden Laufveranstaltung aufmerksam geworden und hatte im Herbst vergangenen Jahres mit Markus Japes mit der Umsetzung begonnen.

Verpflegung aus der Region

Gibt es in NRW bereits entsprechende Firmen- und Landschaftsläufe, so ist Schwelm landesweit der Vorreiter für einen klimaneutralen Lauf durch die Innenstadt. Dies soll unter den drei Zielen Vermeidung, Verminderung und umweltschonendes Entsorgen in die Tat umgesetzt werden und zunächst Müllentsorgung, Helferverpflegung, Wasserverbrauch und Öffentlichkeitsarbeit einbeziehen. Zur Entsorgung gehören der allgemeine Verzicht auf Plastik und die Verwendung kompostierbarer Becher, die später in der Wittener Biogasanlage landen, sowie der Verzicht auf weit transportierte Lebensmittel. So wollen sich Stark und RE Schwelm ausschließlich auf Verpflegungsprodukte aus der Region beschränken und geben dadurch auch dem Apfel den Vorzug vor der Banane. Ferner sollen Ausdrucke vermieden sowie Plakate und Flyer auf 100 Prozent recyclebarem Papier gedruckt werden.

Leider keine Fördertöpfe vorhanden

„Es geht darum, Klimaschutz zu denken und danach zu handeln. Schließlich wollen wir das Thema im Kopf der Menschen fest verankern“, sagte Stark und prangerte an, dass ihm als Langstreckenläufer in den hiesigen Wäldern wilde Müllkippen begegnen. „Umso wichtiger ist es uns, Sport, Natur und Umwelt in Einklang zu bringen. Schließlich ist das Ganze ist für unsere Heimat und unsere Kinder“, begründete der Initiator, relativierte jedoch, dass die geplanten Maßnahmen nur der erste Schritt seien und es viele Optimierungsmöglichkeiten gebe.

Voller Tatendrang steckt auch RE-Vorsitzender Klaus Rauhaus. Es hat viele Förderer und Kooperationspartner ins Boot geholt. „Eine ganz tolle Sache für Schwelm und ein Zeichen für den Umweltschutz“, sagte er und kündigte an, zur Kompensation des nicht vermeidbaren CO2-Ausstoßes Bäume pflanzen zu wollen. Der RE-Chef gab jedoch zu Bedenken, dass die alternativen Wege mehr Geld kosten würden und es hierfür keine Fördertöpfe gebe.

Unterstützt wird das Projekt von der Energieagentur NRW, die in Person von Marcus Müller wertvolle Erfahrungen zur Emissionsreduzierung vermittelt und im Anschluss an den Lauf eine CO2-Bilanz erstellt. „Dadurch wissen wir, was wir fürs kommende Jahr unterbieten wollen“, sagte Stark und kündigte an, zur Erhebung der Anfahrtsstrecken Umfragen durchzuführen.

Lauf für das Klima als Imperativ

Im Anschluss an die Vorstellung des Projekts schloss sich unter der Moderation Bernd Oesterlings eine Podiumsdiskussion mit Experten an. Erkenntnis: Die Ziele des Citylaufs können als hilfreicher Anstoß für Politik und Industrie, aber auch für jeden einzelnen Bürger dienen. „Die kleinen Dinge sind wichtig, aber darf man auch das Große und Ganze nicht vergessen“, brachte es Thorsten Coß, Geschäftsführer der AVU Serviceplus, auf den Punkt.

Kritische Ernährungsentwicklungen sprach AGU-Vorsitzender Michael Treimer an und propagierte den sonntäglichen Festbraten aus der Region als nachhaltigem Gegenpart zu billigem Fleisch aus Übersee. Dass immer noch zu wenig recycelt und mehr Bioabfall in der Restmüll- anstatt in der Biotonne landet, prangerte Kreis-Abfall-Sachgebietsleiterin Elisabeth Henne an. „Lauf fürs Klima“ versteht AVU-Marketingleiter Klaus Bruder auch als Imperativ und animierte dazu, im Zweifel auch mal aufs Auto zu verzichten.

Wie wichtig es ist, Menschen zu sensibilisieren und dass der Citylauf dies praxisnah vorlebt, lobte Industrievertreter Ralf Stoffels, Inhaber der Firma BIW und SIHK-Präsident, relativierte jedoch, dass man auch die globalen Dimensionen nicht außer Acht lassen dürfe und politische Fehlentwicklungen wie zweifelhafte Förderungspraxen wenig effizienter Energiegewinnungen, Sondervergünstigungen für stromintensive Industrie und fehlende Ausgleichsmechanismen deutlich kritischer betrachtet werden müssten als bislang.