Paukenschlag beim Handball-Verbandsligisten RE Schwelm

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Paukenschlag beim Handball-Verbandsligisten RE Schwelm. Vier Wochen vor dem Start der neuen Spielzeit hat sich der Landesliga-Meister von Aufstiegstrainer Jörg Rode getrennt, Grund dafür ist die fehlende sportliche Auslastung der Spieler. Wer beim Saisonstart am 14. September auf der Bank sitzen wird, steht noch nicht fest -- bis ein Nachfolger gefunden wurde, trainieren sich die Spieler selbst.

Es mutet schon ein wenig seltsam an, wenn ein Trainer, der im Vorjahr von 26 Spielen keines verlor und souverän mit seinem Team den Aufstieg schaffte, im Vorlauf der dann folgenden Spielzeit entlassen wird. “Das hat rein sportliche Gründe, menschlich tut mir das sehr leid”, sagt RE-Abteilungsleiter Stephan Maubach zu der Demission des Meister-Trainers Rode. Nach Gesprächen mit einigen Spielern sah sich Maubach in Rücksprache mit den anderen Verantwortlichen zu dem Schritt genötigt. “Die Spieler hatten nicht das Gefühl, dass sie unter Jörg intensiv genug auf die kommende Saison vorbereitet werden”, begründet der Abteilungsleiter den überraschenden Schritt.

Für den Übungsleiter selbst kam dieser Schritt ebenfalls überraschend. „Das habe ich so noch nicht erlebt, ich finde das unfair und kann das nicht nachvollziehen“, so Rode. In den fünf Wochen der bisherigen Vorbereitung hat er keine Anzeichen für die demission bemerkt. „Wir haben in meinen Augen genug und intensiv genug trainiert“, sagt Rode. Der ehemalige Drittliga-Trainer fiel bei der Bekanntgabe der Trennung am vergangenen Donnerstag aus allen Wolken. „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Laut seiner Aussage wurde ihm mitgeteilt, das sich Teile der Mannschaft über Inhalte und Umsetzung im Training beschwerten. „Ich habe das Konzept mit einigen Spielern besprochen, da war nichts von Unzufriedenheit zu hören“, schildert er. Der Zeitpunkt für die Trennung wundert ihn ebenfalls, schließlich bereitete er sich und die Mannschaft schon auf den ersten Gegner vor. 

Unter Rode, der bereits das zweite Mal Trainer bei der Roten Erde war, gewannen die Schwelmer in der vorherigen Saison 24 von 26 Spielen und blieben dank zwei weiterer Unentschieden über die gesamte Spielzeit ungeschlagen. Doch auch bereits in dieser sehr erfolgreichen Saison waren Misstöne aus Spielerkreisen über die Zusammenarbeit mit dem aus Bergkamen stammenden Übungsleiter zu vermerken. “Das ist richtig, letztendlich können wir aber keinen Trainer vor die Tür setzen der einen solchen Erfolg hat”, sagt Maubach. 

Und so blieb Rode bis zum Ende der Saison und bereitete das Team nun auch schon seit einigen Wochen auf die gestiegenen Anforderungen in der Verbandsliga vor. Vor allem die fehlende Intensität im Training wurde von den Spielern dabei in jüngerer Vergangenheit des Öfteren bemängelt. “Das war keine Entscheidung, die uns leicht fiel. Es war aber eine, die letztendlich unumgänglich war”, erläutert Stephan Maubach.

Im Vorlauf der vergangenen Spielzeit verstärkten sich die Schwelmer mit einigen prominenten Spielern aus höherklassigen Ligen. Mit Yannick Brockhaus (3. Liga, TuS Volmetal) sowie Tobias Fleischhauer und Kevin Kliche die vom Nachbarn HSG Gevelsberg/Silschede kamen, hatte Rode ein überqualifiziertes Team für die Landesliga zusammen. 

Wer die Nachfolge von Rode antreten wird, ist derzeit noch ungewiss. So kurz vor Beginn der neuen Saison wird es schwierig genug, einen geeigneten Trainer zu finden -- das weiß auch Maubach. “Wir werden uns umhören und einen guten Mann finden. Bis dahin wird sich das Team aber selbst trainieren”, beschreibt er die nun anstehenden Aufgaben für die Schwelmer Handballer. Am 15. September geht es für die RE in die erste Verbandsliga-Saison seit über 20 Jahren, Gegner am ersten Spieltag ist dann der PSV Recklinghausen. Direkt im Anschluss geht es gegen die beiden sehr hoch eingestuften Mannschaften vom OSC Dortmund und Eintracht Hagen II.

Quelle: WP