Britt Heisler und Jule Mantsch eilen von Sieg zu Sieg – haben in Schwelm aber keinen Platz zum trainieren!

 

Zwei, die sich zum Glück gefunden haben!

Laut dröhnt die Musik aus den Boxen, die Zuschauer sind aufgeheizt und feuern die Spielerinnen im Sand an: typische Assoziationen, wenn vom Beachvolleyball die Rede ist. Etwas kleiner aber kaum weniger aufgeheizt geht es derzeit für die Schwelmerinnen Jule Mantsch und Britt Heisler zu. Das Duo, das in der Halle für die RE Schwelm aktiv ist, eilt derzeit von Turniersieg zu Turniersieg – und führt mit einem entsprechenden Vorsprung die Rangliste der Beachtour an. Am Pfingstwochenende jubelten die beiden jungen Schwelmerinnen wieder - und das sogar gleich doppelt. Beim Turnierwochenende in Haltern am See setzte sich das Duo zweimal durch.

Gemeinsam sind beide erst seit diesem Frühjahr auf oder manchmal auch im Sand unterwegs. Sie bilden ein Duo, das sich schnell gefunden hat und aktuell nicht zu stoppen scheint. „Sie haben beide viele Stärken im Sand“, sagt Gereon Duwe, Abteilungsleiter Volleyball bei der RE Schwelm.

Passende Kombination

Duwe war es auch, der die beiden zusammenbrachte und ihnen ans Herz legte, gemeinsam auf der Tour durch Nordrhein-Westfalen mitzuspielen. „Erst als sie bei den Damen zusammengespielt haben, haben sich die beiden näher kennengelernt“, sagt der Trainer der Schwelmer Frauen. Es hat ein wenig gedauert, doch jetzt haben Jule Mantsch und Britt Heisler zueinander gefunden und bilden eine perfekte Kombination für ihren Sport im Sand. Während Jule Mantsch mit ihren fast 1,80m größer ist als viele der Gegnerinnen in der Altersklasse U16 und damit am Netz nur schwer zu überwinden ist, sorgt die kleinere aber schnellere Britt Heisler für eine starke Feldabwehr. „Das ist wie bei unseren Goldmädels Laura Ludwig und Kira Walkenhorst“, zieht Gereon Duwe einen Vergleich zum deutschen Top-Duo, das 2016 olympisches Gold in Rio de Janeiro holte und sich ein Jahr später auch Weltmeister nennen durfte. Doch bis die beiden jungen Schwelmerinnen soweit sind, ist noch ein langer Weg zu gehen. Über Erfolge kann sich das Duo Mantsch/Heisler dennoch oft genug freuen. Drei Mal haben beide gemeinsam auf der laufenden Tour gewonnen, auch in Haltern am See waren beide bei gleich zwei Turnieren nicht zu stoppen. Hinzu kommen zwei zweite Plätze und ein dritter Platz in diesem Jahr.

Es fehlt an einem Feld in Schwelm

Und das obwohl das Duo nur selten gemeinsam im Sand trainiert. Was vor allem an einem fehlenden Beachvolleyball-Feld in Schwelm liegt. „Das Feld im Freibad ist für richtigen Beachvolleyball nicht zu gebrauchen“, sagt Duwe. Statt vor der Haustür trainieren die beiden in Witten, Düsseldorf oder dem oberbergischen Marienheide. Zwei bis drei Mal in der Woche werfen sich Mantsch und Heisler dort dann durch den Sand, um sich für kommende Turniere zu rüsten.

Gereon Duwe bedauert den Status quo in Schwelm und wünscht sich für die Zukunft eine geeignete Anlage. Auch weil der Verband die zukünftige Förderung des Beachvolleyballs bei der Ernennung zum Landesstützpunkt als Bedingung gestellt hat. „Wenn wir eine geeignete Anlage hier hätten, glaube ich dass noch viel mehr Menschen Beachvolleyball spielen würden“, sagt Duwe. Zudem würde sich der Aufwand für das Training des derzeit besten Beachvolleyball-Duos in der Altersklasse U16 reduzieren. Dann könnten sich Jule Mantsch und Britt Heisler auch mehr auf das Geschehen auf und im Sand konzentrieren.

Zwei, die sich zum Glück gefunden haben!

 

Bericht: Westfalen Post Fabian Vogel, 12,06.2019